Frankreich für Dummies | Ein Frankreich Blog

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Muskatnuss Herr Müller!

7August

Hier mal die franzoesische Version eines bekanntes Moments des Grand Restaurant.

Ich lach mich jedesmal kapputt. Sein Akzent ist toll. Hab mich aber immer wieder gewundert, warum es hier auch -angeblich- so gemocht wird, vor allem wenn es auf Deutsch anders sychronisiert worden ist...Nun ja, wenn wir zusammen lachen koennen, ist es doch schoen, oder?

Film Empfehlung: l'été meurtrier

24Juli

Vermutlich der beste französicher Film den ich ehe gesehen habe. Ich will ihn hier vorstellen. Er ist ein Muss, der oft von Publikum ignoriert wird. An allen männlichen Lesern dieser Seite: Isabelle Adjani ist drin. Es kann sogar ihre erste grosse Rolle gewesen sein. In dem Film ist sie besonders schön. Plus sie hat dafür einen César de la meilleure actrice bekommen.

Der Film ist eine Adaptation eines Buchs. Besonders schön finde ich ihn auch für die Darstellung des Lebens im Süden, in einem kleinen Dorf, so am Anfang der 80en Jahren. Ich finde es sehr realistisch, sei es für die Beschreibung der Stimmung im Dorf oder für die zahlreichen Ausblicken einer tollen Landschaft unter der Hitze.

Ein paar Wörte um eine Idee von der Geschichte zu geben...

Eine neue Familie zieht im Dorf von "Pin pon" ein. Sie sind fremd, sie sind alles was hier weder gesehen oder gewünscht worden ist: eine Frau aus dem Ausland- eigentlich ist sie deutsch, ein alter behinderter Mann (Michel Galabru, der ist echt unglaublich gut in der Rolle!), ein Mädel das alle Männer anmacht. Mutter und Tochter werden von dem Stiefvater komplett ignoriert. Dass eine Familie nicht zusammensteht, das ist auch neu und unglaublich für die Leute vom Ort. Sie sind alles anders als willkommen. Doch verliebt sich Pin pon schnell in Eliane, bald "Elle" umgenannt. Das Mädel ist schlau, lustig, ungeniert, mysteriös. Erstaunlicherweise für ihn nimmt sie doch ein Interesse an ihm. Bald ist sie schwanger. Sie planen die Hochzeit, gegen die Familie, und obwohl Elle angeblich noch viel verbirgt. Was sie will, was sie erwartet, wird Pinpon immer unklarer...Mag sie ihn überhaupt? Benutzt sie ihn? Lügt sie ihn an? Und wenn überhaupt, zum welchen Zweck?

Einmal Zitat, um zu zeigen dass andere der Meinung auch sind...

„Ein überdurchschnittlich spannender und virtuos gespielter Thriller, durch dessen psychologische Dimensionen der Zuschauer bis zur letzten Sekunde gefesselt bleibt. Sébastien Japrisot, der Autor des Romans ‚L’été meurtrier‘, schrieb auch das Drehbuch und die Dialoge für den Film. Für Isabelle Adjani bedeutete die Rolle der rachebesessenen Eliane den Durchbruch als international anerkannte Schauspielerin.“

Dirk Jasper Filmlexikon

Isabelle Adjani spielt hier mit Alain Souchon (bekannter Singer bei uns) und Michel Galabru. Der Film hat auch César du meilleur scénario gekriegt...vielleicht hat jemand jetzt Lust ihn mal zu sehen? :)

Babyspielzeuge: Sophie La Girafe

25Mai

Es ist mir letztens aufgefallen, dass sich in unseren Ländern die Spielzeuge stark unterscheiden. Z.B wird hier ganz viel mit Holz gemacht. Bei uns nicht so wirklich.

Als relativ grosses Kind (11 Jahren) bin ich schon überrascht worden, wie viele Spielzeuge meine Berliner Tandempartnerin hatte. Ganz viele Pferdepuppen, ganz viele Barbiepuppen, ganz viele Pflüchtiere, alles bunt, alles süss. Dagegen hatte ich ein paar Stammspiele, die ich von meinem Bruder geerbt hatte, und eine sprechende Puppe, die ich -natürlich- immer wieder kapputt gemacht habe, und die immer wieder repariert worden ist. Kleine TGVs oder Züge auf kleine Gleise, Flugzeuge, die man selber basteln sollte, das hatte ich auch. Beliebt waren auch meine Puzzles und casse-tête.

Ich weiss von meiner Mutter, dass ich als kleines Baby wenig Spielzeuge gehabt habe. Kein doudou, kein hochet, kein tétine. Grund: die waren alle entweder ungesund oder gefährlich, ungeeignet für Babies. Ich hatte einfach jeux d'éveil: farbige Baukasten und Licht/Musikspiele. Dann habe ich dînette gespielt, bevor ich die andere Spiele benutzen konnte. Alles sehr normal für eine französische Kindheit damals.

In den letzten Jahren haben sich Dinge aber anders entwickelt. Joué-Club, z.B, macht gutes Geschäft mit neuen Produkten und Babiesspielzeuge sind trendy- vielleicht auch, weil die Geburstraten mittlerweile sehr hoch geworden sind. Ich habe jetzt Lust, für die Geburt von Kindern meiner Freunden, Verwandten, Kollegen usw. was gezieltes zu finden, und bin bei meinem letzten Aufenhalt in Paris in spezialisierten Laeden hingegangen. Mit dem Vorwand, etwas Französisches, weil es sowieso von mir erwartet wird, und etwas nützliches zu finden. Ich habe mich für Sophie die Giraffe entschieden- eigentlich das einziges Spielzeug das ich wirklich als Baby verpasst habe.

Eigentlich hab ich die andere (damals) trendy Variante gekriegt, von der ich glaube, dass keiner heutzutage bei uns was hört: Kiki. Wobei Kiki an sich gar nichts französisisches hat. Globalisierung ist nicht so neu...

Karambolage hat ein schones Video zum Thema gewidmet:

Wichtig ist vor allem die gesunde Wirkung von Sophie. Sauber und hygienisch, ungefährlich, hilfbar wenn Zähne wachsen (ich meine sie hilft Babies indem sie sie kauen werden. Angeblich..ist fuer mich auch ein Raetsel;)), leicht fassbar. Es ist kein Wunder, dass Kinder sie mögen. Es ist für mich schwierig zu verstehen, warum sie sich so schlecht im Ausland verkaufen lässt, wie das Video es erzählt. Bei uns ist es doch ein Muss!

Mein Geschenk habe ich in Paris bei mir versorgt, doch kann man sie angeblich auch hier bestellen, siehe z.B hier. Reiner Zufall: Sophie ist heute vor genau 50 Jahre erfunden worden. Bon anniversaire Sophie ;)

NB: dédicace spéciale à Masamba et Noémie.

Zwei Jahre in Deutschland: was denkt man als Ausländer?

4April

Heute bin ich vor genau 2 Jahren in Berlin angekommen, yahou^^. Theoretisch war es nur für 3 Monate und ein Praktikum, das für das Ende meines Studiums gedacht war. Und doch bin ich da: heiss, es gibt genug, das mich interessiert/ mir gefallen hat.

Was lernt ein Franzose, bzw. eine Französin über Deutschland innerhalb zwei Jahren? Na ja, u.a:

  • die Deutschen -eine Mehrheit- lieben Franzosen, lieben unseren Akzent und Sprachfehler (Isch bin verloooren, kannst Du mir den Wehg er-klärenn?), lieben unsere Sprache und unser Land. Bedeutet nicht unbedingt, unsere Kultur ist von allen bekannt (Bester Grüss, den mir jemand hier gegeben hat: Hallo! Ich liebe Baguette! Darauf hatte ich Lust zu antworten: Und ich Kartoffeln). Ist aber allgemein eher angenehm, vor allem für eine Frau. Nie hätte ich gedacht, wir wären so positiv angesehen.
  • Manche Männer kommen uns erstmal als sehr merkwürdig vor. Sie laufen nämlich mit Rosapulli herum und epilieren sich unter den Armen. Sie essen gesund, sind Staubsaugerfreaks, haben nichts wertvolles als ihre elektrische Zahnbürste, interessieren sich dafür angeblich an Frauen. Nach einer Weile versteht man, der Begriff Metrosexualität ist nicht nur eine Theorie wie bei uns, sondern entspricht eine Wirklichkeit. An allen neulich angekommen Franzosen die mich vielleicht lesen und davon nichts wissen: keine Angst. Die beissen nicht, die sind sympatisch, die sind wirklich nicht schwul, und man gewöhnt sich daran. Besser noch: als Französinnen beschweren wir uns stets darüber, wie Männer ungesund und unaufmerksam ins Leben laufen, warum sollten wir also so schokiert sein?? Bon bah alors!
  • Frankreich ist ein Land der Bureaukratie. Mag sein. Aber was ist Deutschland dann? Ich freue mich wenigstens sehr darüber, dass ich jetzt wesentlich organisierter als früher geworden bin. "Planen"= ein Begriff, der uns am Anfang nervt, dessen Sinn wir nach ein paar Monaten verstanden haben. In Frankreich ist eine kleine Organisation genug. Es gibt Dinge, die man unbedingt tun soll, klar. Aber...es fühlt sich doch einfacher als hier, und nicht nur wegen der Sprache. Sich anmelden, sich bei der GEZ anmelden, Lohnsteuerkarte/ Nummer kriegen, ein Auto melden...schon eine kleine Liste von Dingen die bei uns gar nicht existieren. Wie gesagt: man wird hier sehr organisiert, das ist schön.
  • Beide Länder beschäftigen sich gerne mit dem Thema "Umweltfreundlich sein". Doch mit verschiedenen Mitteln, ich bin mir nicht mehr sicher, wie ich damit umgehen soll und wer da spinnt. Vielleicht beide? Eine grosse Mehrheit der Franzosen hat grundsätzlich keine Probleme mit den AKW in sich: man braucht Strom (die einzige Frage wäre, es vernünftig zu machen...da wird es komplizierter). Dagegen meinen sie stets, man soll schnelles Fahren vermeiden, es ist doch Umwelt freundlicher. 130 km/ Stunde ist die maximale erlaubte Geschwindigkeit, wenige sind der Meinung, man sollte schneller fahren dürfen. Und die Deutschen? Sie sind fast alle einig: AKW sind eine sehr grosse Gefahr! Alles abschalten, jetzt! Aber bitte auf der Autobahn schnell fahren. Egal, wie es die Umwelt beschädigt, man muss damit umgehen, es ist ein Bedarf.
  • Was dem Thema Liebe/ Beziehungen angeht: in Deutschland gibt es ONS, Flirt (manchmal, mit grossem Glück), Date, Beziehung. Aber es gibt keine "Drague". Oder in so einer geringen Masse, das es kaum zu merken wird. Regelmässig beschwert sich eine Frau von dem Ausland hier und da, es gäbe in Deutschland was falsches. Keiner pfeift in der Strasse, es ist anfangs angenehm, aber man stellt sich nach einer Weile Fragen- ob man plötzlich hässlich geworden ist? Und dann passiert auch wenig im normalen Leben. Hiermal einen Auszug aus einem Artikel der sich da befindet:

Deutsche Frauen, so sagt man, erwarten von ihren Männern Beherrschung. Spiegel Online hatte im Vorfeld zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland einige Flirt-Richtlinien für ausländische Fans veröffentlicht, welche befolgt werden sollten, wenn Mann bei deutschen Frauen punkten wollte. Potentielle Verführer sollten vorsichtig sein, warnte der Artikel, da selbst ein einfaches "Hallo" einer deutschen Frau „zu direkt erscheint.“ Hallo? Befinden wir uns etwa im 19. Jahrhundert?

Als Ausländer (in) denkt man zum Thema vor allem: "Na ja"...Mal wieder an "Wir sind Helden" denken und überlegen, wie Deutsche Frauen mit solchen Männern was anfangen können- sie müssen entweder vorwärts gehen oder sehr geduldig sein. Ein Rätsel. Dagegen sind die Franzosen so klar und aufdringlich: kein Wunder, wir gelten ins Deutschland als Land der Liebe und romantiken Stimmung.

  • Essen: dieses Land ist Paradies für Naschen. Es ist auch Paradies für Wurst und Bier. Doch gibt es so viele Vegetarier und Veganer. Bei uns ist es anders: Vegetarier sind eine Minderheit, und werden noch nicht so oft gut angesehen. Ich finde es cool, dass es hier wirklich anerkannt wird.
  • Deutsche Frauen müssen wirklich eine Wahl zwischen Karriere und Familienleben treffen. EIne Wahl, die die Französinnen nicht wirklich treffen müssen. Klar, sie werden was verlieren, indem sie eine Familie aufbauen wollen. Aber es ist nicht so heftig wie hier. Irgendwann schreib ich einen detaillierten Beitrag hier.

Ich konnte noch viel schreiben, ich glaub aber es sind die wichtigsten Ideen...Ich habe diese Ideen von anderen Ausländern mehrmals gehört. Was mich angeht, freue ich mich auf jedem Fall auf die nächsten Entdeckungen ;)

Warum denn diese Seite hier? Jetzt geht's los!

8Februar

Ich bin Französin, wohne in Deutschland seit fast zwei Jahren. Und seit dem Anfang meines deutschen Lebens stehen ein paar wichtige Dinge fest, die ich aber sein lasse. Keine Zeit. Keinen Bock. Keinen Mut, oder sogar keine Energie. Ich habe es mir überlegt, wie ich das lösen könnte. Die Antwort lautet: ein Blog! auf Deutsch, meine beliebteste Sprache, naturellement.

Was sind diese Dinge eigentlich?

Na ja, wie folgt:

- Um einem zu erklären, warum Dinge so und so in jenem Land sind, braucht man Zeit. Man braucht sogar die richtige Wörte am richtigen Moment. Stets fragt man mich zufällig, warum das und das bei uns Franzosen so ist. Innerhalb 30 Sekunden sollte ich also eine schlagartige, dokumentierte, klare Antwort geben. Und dazu soll ich noch verstanden werden. Aber nein, tut mir leid: hinter einem Unterschied liegen eine gute Menge kulturellen Unterschiede. Und eine Kultur erklärt man nicht so einfach. Ich weiss es selber sehr gut: wie weit sind wir von einander entfernt. Es geht von der Verpackung von Joghurt und Dickmanns bis zum Verständnis der Menschenrechten. Als ich hier angekommen bin, gab es Dinge, die ich einfach nicht akzeptieren könnte. Sich anmelden zu müssen, z. B. Undenkbar für einen Franzosen. Bei uns nimmt man einfach einen Vertrag für den Strom und die Quittung gilt überall als offizieller Dokument. Erkläre ich das so, ins Gespräch, wird keiner hier die Argumente dafür verstehen- völlig undenkbar für einen Deutschen. Überlege ich mir das mal ein bisschen, kann ich aber hier einen Beitrag schreiben und erklären, wie es gedacht worden ist und warum es funktionieren kann. Und ja, wenn ihr noch nicht versteht, ist es nicht schlimm: es kommt noch.

- Ich will ab und zu mal meine Landsleute verteidigen. Nicht zuviel, aber seien wir jetzt ernst: kein Franzose isst Frosch zum Frühstück, und Paris ist eine moderne Grossstadt, wo man auch ab und zu mal in Plattenbau was anderes als Baguette essen kann- Schnitzel mit Pommes ist eine Möglichkeit. Man kann da auch blonde Menschen sehen, manchmal sind sie gross wie hier. Auf einer anderen Ebene will ich gegen ein bisschen Schwachsinn von Medien kämpfen. Z.B: der Demokratie geht es bei uns nicht so gut, laut dem Spiegel und einer internationalen Studie. Mag sein, ich würde auch nicht wirklich das Gegenteil behaupten wollen. Aber wieso wird es von solchen offiziellen Quellen gesagt, wir haben ja dafür "sehr wenige Parteien"? Wir haben 2002 16 Kandidaten für die Wahl des Präsidenten gehabt. Anderes Beispiel, das zwar mit Deutschland in sich gar nicht zu tun hat: wenn ich mich gut daran erinnere, meinte auch der Bürgermeister von Tokyo über eine Radiosendung, Franzosen könnten nicht einmal rechnen. Grund: der System für Zahlen ist kompliziert. Dass der System kompliziert ist, stimmt schon. Aber wir haben genug Mathe Unterrichte und es genug gezeigt, wir könnten dieses Problem überwinden- wer war Pascal nochmal? Mir fehlt es auch schwer, den Japanischen Zahlsystem zu verstehen. Jedoch bin ich weder Bürgermeisterin noch auf der Idee gekommen, andere Völker könnten nicht einmal zusammen rechnen. Ich vermute mal, ihr kriegt schon mit, was ich meine: diese Seite ist also auch da für die kleine Belästigungen die ich im Alltag mercke. Normalweise bleib ich still, betrifft es kein grosses Thema. Hier wird es aber gesagt.

- Der letzte Grund ist sehr pragmatisch: ich habe wenig Chance, Deutsch schriftlich zu benutzen und üben. Von daher habe ich auch wenig Möglichkeiten, meine eigene Fehler sehen zu können. Hier wird es gebloggt, heiss, ich werde ganz viel schreiben, ganz viele Fehler machen und hoffentlich auch ganz viele Kommentare kriegen ;) Ich vermute mal im Laufe der Zeit werden sich einige meiner Fehlern nicht mehr auf dieser Seite verschleiern- es kann auch inszwischen etwas lustiges sein (wieviele Versprecher habe ich schon hinter mir...) Einen richtigen Erfolg will ich auch. Seht ihr einen Fehler? Es ist normal. Mehere Fehler? Kann sein. Sag mir über Kommentare oder Mail bescheid!

Also, alles klar? Stay tuned, wie die sagen!