Mir fehlt was wichtiges jedoch verzichtbares hier: der französischer Humor. Humoristen gibt es hier schon, klar, aber irgendwie ist es nicht wie früher. Früher hatte ich nämlich immer die Möglichkeit, mit irgend einem Kumpel Videos von Les Inconnus zu gucken, Anne Roumanov, Pierre Palmade und Michelle Laroque oder Florence Foresti an der Radio zu hören, Les bronzés font du ski ("un film culte" der 80en) am einem kalten Sonntag zu Hause zu gucken und mich kapputt zu lachen. Jetzt kann ich es aber mit kaum einem teilen: ich lache zwar ganz viel mit anderen Menschen wegen verschiedenes, aber mit den deutschen Humoristen immer dessen bewusst, dass es nicht wirklich gemeinsames Lachen ist.Ob ich genau für den selben Grund lache wie die andere? Bin mir nicht unbedingt sicher. Heute hab ich also Lust, Les Inconnus vorzustellen. Ich habe gerade eine kleine Stunde damit verbracht, ihre Videos über Youtube zu gucken...der absolute Hammer für uns!

Worum geht's genau? 1984 hat sich eine Gruppe von Humoristen gebildet, die bald einen riesigen Erfolg kennen. Die spielen immer zu dritt, singen, ahnen mehrere Fernsehsendungen oder Lieder nach, und werden zur bekanntesten französischen Humoristengruppe allerzeiten (oder vergesse ich jemanden da...?). 1991 wird sogar der Lied Auteuil, Neuilly Passy zum Hit, so lustig ist er.1995 spielen sie gemeinsam im Film Les trois frères, das immer wieder noch in den Konversationen im Freundkreis auftauchen wird. Ein kleines Willkommen bei den Schti's, so zu sagen.

Leider dürfen aus rechtlichen Gründen die drei Mitglieder jetzt nur noch begrentzt zusammen spielen. Es bleibt aber eine Menge Sketche übrig, die man bei Gelegenheit immer gerne gucken kann. Ich würde die auf jedem Fall empfehlen für die jenige die unsere Kultur von innen verstehen wollen, man muss leider dafür die Sprache schon ein bisschen verstehen können. Les Inconnus spielen kleine Rollen. Sie spielen den mittelmässigen Franzosen, der ungern das Wort Fisc (Steuer) aussprechen will. Den naïven Typ, der von anderen ausgenützt wird. Den Schwachsinn vom Einkaufen und Schlange stehen, obwohl man nur was ganz kleines hat und darauf verzichten könnte. Oder sogar das Unverständnis der französischen Revolution in den Schulen. Unsere Widersprüche sind wirklich alle da.

Als Beweis habe ich ein kleines Video extra ausgesucht. Da machen sie einen Trailer nach- man braucht dafür kein Wort französisch zu verstehen, es sei denn, man will auch die Untertitel verstehen (und ja, sie bedeuten was völlig anders als der Inhalt...)

Typisch 90er Jahren, aber sooo richtig. Na, wenn man sowas sieht, überlegt man sich nachher wirklich, was wir Zuschauer von einem Film erwarten, oder?