Gestern fragte mich ein italienischer Kollege was das Wort "Einsatzort" wohl auf Englisch heissen könnte. Meine Antwort kam schnell: "Well, Germans have words for every possible concept other people would never ever think of. Don't ask me".

Ganz viele Deutsche Wörte geben mir in der Tat das Gefühl, unübersetzbar zu sein. Zumindest in der Richtung Französisch. Wie soll ich denn z.B bitte das Wort "einrichten" übersetzen? "Aménagement", "installation", die können manchmal passen. Manchmal, nicht immer. Also brauchen wir oft dazu noch ein Wort. Oder zwei. Oder mehr. Und eigentlich bin ich bei solcher Fragen immer am Ende meines Lateins. Umso besser man eine Sprache beherrscht, je schwieriger wird es, ein Wort nur mit einem Wort zu übersetzen. Wenn man was braucht, dann muss man auch professionellen Französisch-Deutsch Übersetzungen wollen, anstatt sich mit einem Woerterbuch zu beschaeftigen...

Ich habe den Eindruck dass diese Schwierigkeit zwichen Deutsch und Französisch sich vor allem beim praktischen Problemen merken lässt. Deutsch ist eine sehr pragmatische Sprache: alles was gemacht wird kann sich sehr genau beschreiben lassen. Durchatmen.Sich verschreiben. Usw. Dagegen ist Französisch keine Sprache der Genauigkeit, sondern eine Sprache der Gefühle. Man baut ein Satz wie Impressionisten damals ein Gemälde gemacht haben. Oder so.

Sieh mal Proust z. B. Von ihm gibt es sehr wahrscheinlich nur einen einfachen Satz zum Übersetzen. Der erste Satz seines ersten Buchs: "Longtemps je me suis couché de bonne heure". "Lange bin ich früh ins Bett gegangen". Alles was nachher kommt, in allen Bänden seines Werks, das ist auf der sprachlichen Ebene eine Fortsetzung der Logik unserer Sprache. Sätze, die nie ein Ende finden. Sätze die uns bezaubern und uns vergessen lassen, was eigentlich am Anfang erwähnt war, was das Ziel der Konversation war. Gab es überhaupt eins? Oder findet man sein Glück in dem man sich ausdrückt und seine Gefühle der mélancolie dabei merken lässt? Ich glaube Franzosen haben eine Beziehung mit ihrer Sprache die sich woanders nicht finden lässt. En français, on s'écoute un peu parler.

Und dann sollte man noch von einer Sprache in einer anderen springen und alles wie Maschine übersetzen. Google Translate hilft mir in Stresssituationen leider nicht wirklich. Wieso wundern sich also doch alle, dass man nicht so genau übersetzen kann? Obwohl manche Schriftsteller ganz viele Sprache beherrscht haben, waren sie unfaehig ihre eigene Buecher in einer anderen Sprache zu uebersetzen. Sieh z. B die Beziehung von Canetti mit Englisch und Deutsch, obwohl er beide Sprachen- und noch zahlreiche andere- perfekt koennte. Ein interessante Erwaehnung gibt es z. B. hier.

Und ihr, habt ihr welche Gedanke um das Thema?