Ich hatte hier seit einer guten Weile nichts mehr über das Thema Kino und Fernsehen geschrieben. Da ich aber nach der letzten Enthüllung über Tatort ziemlich schockiert bin (Til Schweiger drin), ist mir was wichtiges eingefallen. Kann man auch innerhalb einem eigenen Satz zusammenfassen:

Jedes Land hat zumindest einen Schauspieler, der nervt.

Ich meine nicht "nerven" im Sinne von leicht irritieren. Ich meine "nerven" im Sinne von denken "ach den da schon wieder". Wenn man zu viel von jemandem sieht, weiss man eben nicht mehr so richtig, ob es sich überhaupt lohnt, diese Person zu sehen. Das ist ja ein Teufelkreis. Das Wort "Kino" ist hier für mich mit einem einzigen Namen verbunden: Til Schweiger. Wie immer er gut spielen kann (wobei meine Meinung nicht mehr so neutral ist), wie immer angenehm er sein kann (...), macht es mich fertig, immer auf ihn zu stössen. Fühlt sich ein bisschen wie Mobbing an. Wenn er wenigstens schlecht aussehen könnte.

Zum Glück haben wir jetzt die Berlinale. Da kann man sich andere Gedanken machen, wer spielen kann, und wen Frau gucken möchte.

Gut, jetzt sind Franzosen dran. Wir haben auch unseren Schauspieler, die nerven. Bei uns gibt es grundsätzlich ein paar Namen. Besser ist, wenn man den Background kennt. Also los:

1- Gérard Depardieu.

Am Tag wo er nicht mehr spielt, werde ich mich wie beim Tod des Michael Jacksons fühlen: leer.

Depardieu, geboren 1948, kann man nicht nur ins Kino sehen, sondern auch ins Theater und an Fernsehen. Für mich ist seine Existenz ein bisschen wie die von einem Mammuth: unübersehbar, jedoch etwas verwirrend. Auch mit Herzenproblemen seit ungefähr meiner Geburt ist der Depardieu immer noch überall. Wenn jemand es doch schafft, Depardieu unbewusst zu sein, dann hört er von ihm in Fragen von Politik oder Klatsch. Ein paar Beispiele zum Thema Politik: anfangs seiner Karriere war er für die sozialistische Partei. 2002 rettet er die finanzielle Lage der kommunistischen Partei, an die er, laut seinen eigenen Wörter, heftig glaubt. 2007 unterstützt er kräftig Sarkozy. Das ist ja konsistent. Im Privatleben hat er sich natürlich mehrmals heiraten und scheiden lassen. Der Mann hat mehrere Kinder bekommen, unter denen man Julie Depardieu nicht vergessen soll. Denn sie tut auch ziemlich viel, spielen und für Klatsch sorgen.

Wichtigste Rolle bis jetzt:



- Jean de Florette (1986)

- Cyrano von Bergerac (1990)

- Der Graf von Monte-Christo (1998, Fernsehen)

Bald soll Gérard die Rolle von Dominique Strauss-Kahn spielen- den Skandal von letztem Jahr dürfen wir sogar im Kino sehen gehen.

2- Marion Cotillard.

In dem Fall ist es doch ein bisschen anders. Über die Frau hatte ich schon etwas gemeckert. Punkt A, ich verstehe sie nicht immer, vor allem wenn sie sich auf Französisch ausdrückt. Punkt B, sie ist schön und das nervt, auf sie auch bei den Bildern an der Bushaltestelle zu stössen. Punkt C, sie taucht auf Zeitschriftencover auf, mit Schlagzeilen zum Thema dick ohne Komplexe:

Wenn ich nur so dick sein könnte. Dann wäre ich vielleicht auch mit Guillaume Canet zusammen. An ihrer Stelle.

Wichtigsten Rollen:

- Taxi, 1998. Der Film war damals ein Hit bei der Jugend. Selbst ich war bezaubert (von dem Film).

- La Môme, 2007. Die Rolle von Piaf. Von mir nicht gesehen, dafür ist es hier in DE ganz gut vorgestellt worden.

3- Romain Duris

Im Gegensatz zu anderen bekannten Schauspieler finde ich seine Leistung ziemlich gut. Nur dass er ein bisschen immer in den selben Rollen auftaucht. Oder ich gucke nicht genug von seinen Filmen, wer weiss. Immerhin gilt er in den letzten Jahren als typisch Französisch.

Wichtigsten Rollen bis jetzt:

- L'Auberge espagnole, 2002

- Paris, 2008

- L'Arnacoeur, 2010

Privat ist Romain Duris ganz diskret, das ist gut so. Er ist dafür bekannt worden, anfangs nicht so motiviert für seine Arbeit gewesen zu sein. Jedoch hat er seit 2001 über einen Millionen französischen Zuschauern zum Kino gebracht.

4- Mélanie Laurent

In ihrem Fall sind die Meinungen sehr unterschiedlich. Manche meinen, sie spielt sehr gut, andere eben das Gegenteil. Sicher ist, sie hat Erfolg und ist fast überall zu sehen, auch wenn sie nur 26 ist. Depardieu habe sie als erster in einem Augenblick als Schauspielerin erkannt.

Wichtigsten Rollen:

- Je vais bien ne t'en fais pas, 2006. Keine Ahnung wie dieser Film sich auf Deutsch nennt, würde ich aber auf jedem Fall empfehlen. Das ist eine sehr schöne Geschichte über die Beziehungen zwichen Zwilligen!

- Inglorious Bastards, 2009

- Le Concert, 2009

Irgendwann schreibe ich hier einen Beitrag zum Thema unvermeidbaren Schauspieler, bzw. die jenige die mich gar nicht nerven, sondern die, die ich als wirklich sehr gut finde. Alles kann man nicht in einem Beitrag schreiben. Habt ihr vielleicht einen Namen im Kopf, von jemanden der angeblich in allen fr. Filmen zu sehen ist? Mich würde es schon interessieren zu wissen, wer als Klischee von Franzosen vorkommt :)