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Autorempfehlung: Fred Vargas und die Adamsbergserie

In Frankreich ist der letzte Roman von Fred Vargas anfangs September herausgegeben worden. Es ist wie immer ein köstlicher Krimi, bei dem man ungern beim Lesen gestört wird. Adamsberg und seine kleine Welt lassen einen sich wirklich reinlesen. Vor allem sind die Dialogen ein Meisterwerk: dynamisch, zynisch, realistisch, spannend.

Worum es geht, für alle, die Fred Vargas bereits noch nicht kennen: in Paris versucht der Komissar Adamsberg ein Team zu führen, das aus mittlermässigen Politzisten besteht. Seine Methode sind eigenartig, dafür hat er Ergebnisse, die anderen schon neidig machen können. Seine Untersuchungen führen ihn oft dazu, mit Legenden und übernatürliche Gerüchte umgehen zu müssen, während seine Untergesetzte gegeneinander was unternehmen wollen. Ein Band nach einem anderen geniesst man diese Mischung zwischen dem Alltag eines Politzisten und aussergewöhnlichen Kriminaltaten.

Das letzte Buch, L'Armée furieuse, ist meiner Meinung nach noch besser als der vorletzte- hier Der Verbotene Ort. Diesmal wird Adamsberg aufgerufen, um einen vermissten Mann zu retten, der laut einer Legende bald ermordert werden soll. Drei anderen Mordfälle sollten folgen, und der zuständige Kommissar vom Ort will davon nichts wissen...etwas drängt Adamsberg vorbeischauen zu gehen, und eine geheime Untersuchung mitten in der Normandie anzufangen.

In Deutschland sind bis jetzt alle Romane von Vargas, so weit ich weiss, von dem Aufbau Verlag in einer hervorragender Art herausgegeben worden. Der Verlag gibt auch manche Titeln von Danielle Thierry heraus, was ein sehr gutes Zeichnen für Krimi sein soll- meinetwegen, zwar. Man kann nur hoffen, sie machen weiter mit der tollen Arbeit.

Vargas-die-dritte-Jungfrau

Dieses Cover und alle bestehende Rechten sind hier zu finden.

Es ist nicht einfach einen Autor zu finden, der in allen Ländern Erfolg hat, und zwar aus guten Gründen. Nämlich haben wir alle andere Erwartungen, und es lässt sich ganz gut ahnen wenn man sich die Mühe gibt die Bestsellers von einem Land bis einem anderen zu gucken. Was Deutschland und Frankreich betrifft: grob gesagt mögen Franzosen Büchern wo man ganz viel denkt, und Deutsche Büchern wo ganz viel los ist. In den letzten Jahren hat sich in der Tat die französische Literatur in der Richtung entwickelt, dass man sehr viel analysiert. Im Sinne von Psyschée, von Gefühlen, von Gedanken. Man redet da viel von Traumatismus, von Angst, manchmal auch von unglaublichem Glück. Sieh z.B Musso. Ca dégouline de bons sentiments...kein Wunder dann, dass sich hier in Deutschland vor allem französischen Krimis verkaufen lassen.

In dem Sinne...ich bräuchte ein neues Buch!

Giverny- Bilder aus dem Monet Garten

Nicht so weit von Paris entfernt gibt es das Haus von Monet, wo er seine letzten Jahre verbracht hat. Das Haus in sich ist schön, die Innenausstattung kommt mir wahr vor. Die Wände sind mit einer unglaublichen Anzahl an Gemälde, Bilder, bibelots beschmückt. Hokusai ist mit Gegenstände aus der Provence zu sehen, was an der Zeitpunkt in dem Künstlerkreis von Monet, Manet und Zola sehr häufig war: damals hat man alles gesammelt, was man hatte. Es war le temps de la profusion artistique, dans tous les sens.

Viel interessanter finde ich aber den Garten. Da kann man auch von profusion reden, und einen besseren Einblick im Werk von Monet haben. Ich habe welche Bilder gemacht, die ich hier vorstellen möchte:

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Es lebe die Natur :)

Den Link zum Museum findet man da.

Film Empfehlung: l'été meurtrier

Vermutlich der beste französicher Film den ich ehe gesehen habe. Ich will ihn hier vorstellen. Er ist ein Muss, der oft von Publikum ignoriert wird. An allen männlichen Lesern dieser Seite: Isabelle Adjani ist drin. Es kann sogar ihre erste grosse Rolle gewesen sein. In dem Film ist sie besonders schön. Plus sie hat dafür einen César de la meilleure actrice bekommen.

Der Film ist eine Adaptation eines Buchs. Besonders schön finde ich ihn auch für die Darstellung des Lebens im Süden, in einem kleinen Dorf, so am Anfang der 80en Jahren. Ich finde es sehr realistisch, sei es für die Beschreibung der Stimmung im Dorf oder für die zahlreichen Ausblicken einer tollen Landschaft unter der Hitze.

Ein paar Wörte um eine Idee von der Geschichte zu geben...

Eine neue Familie zieht im Dorf von "Pin pon" ein. Sie sind fremd, sie sind alles was hier weder gesehen oder gewünscht worden ist: eine Frau aus dem Ausland- eigentlich ist sie deutsch, ein alter behinderter Mann (Michel Galabru, der ist echt unglaublich gut in der Rolle!), ein Mädel das alle Männer anmacht. Mutter und Tochter werden von dem Stiefvater komplett ignoriert. Dass eine Familie nicht zusammensteht, das ist auch neu und unglaublich für die Leute vom Ort. Sie sind alles anders als willkommen. Doch verliebt sich Pin pon schnell in Eliane, bald "Elle" umgenannt. Das Mädel ist schlau, lustig, ungeniert, mysteriös. Erstaunlicherweise für ihn nimmt sie doch ein Interesse an ihm. Bald ist sie schwanger. Sie planen die Hochzeit, gegen die Familie, und obwohl Elle angeblich noch viel verbirgt. Was sie will, was sie erwartet, wird Pinpon immer unklarer...Mag sie ihn überhaupt? Benutzt sie ihn? Lügt sie ihn an? Und wenn überhaupt, zum welchen Zweck?

Einmal Zitat, um zu zeigen dass andere der Meinung auch sind...

„Ein überdurchschnittlich spannender und virtuos gespielter Thriller, durch dessen psychologische Dimensionen der Zuschauer bis zur letzten Sekunde gefesselt bleibt. Sébastien Japrisot, der Autor des Romans ‚L’été meurtrier‘, schrieb auch das Drehbuch und die Dialoge für den Film. Für Isabelle Adjani bedeutete die Rolle der rachebesessenen Eliane den Durchbruch als international anerkannte Schauspielerin.“

Dirk Jasper Filmlexikon

Isabelle Adjani spielt hier mit Alain Souchon (bekannter Singer bei uns) und Michel Galabru. Der Film hat auch César du meilleur scénario gekriegt...vielleicht hat jemand jetzt Lust ihn mal zu sehen? :)

Das vergessene Schloss von Vaux-le-Vicomte, #2

Wie vor ein paar Tagen versprochen, hier mal neue Bilder von Vaux-le-Vicomte und seine Garten. Eine kurze Einleitung zum Schloss habe ich da geschrieben.

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Ist das nicht schön?? Ich wäre übrigens neugierig zu wissen, was ihr beste Erfahrung in Besichtigungen gewesen ist...Hat jemand hier ein lieblings Ort?

Das vergessene Schloss von Vaux-le-Vicomte, #1

Etwa 50 km südlich von Paris liegt ein vergessenes Schloss, das eine Reise wert ist. Das Monument sieht toll aus, es gibt wesentlich weniger Touristen als in Versailles, die Lanschaft ist herrlich. Kein Wunder, dass Eva Longoria da hat heiraten wollen - für 200.000 Euro, wenn mein Gedächtnis gut ist. Und sie wird sehr wahrscheinlich nicht die letzte sein.

Vaux-le-Vicomte ist das Schloss von Nicolas Fouquet, ein erfolgreicher Finanzminister von Louis XIV. Fouquet besass Geschmack, Geld, und Verknüpfungen mit den bestern Künstlern der Epoche. Es ist geflüstert worden, sein Bauwerk von Vaux war die Inspirationquelle von Versailles für Louis XIV. Kurz vor der Inhaftierung von Fouquet, der sich selbst ein bisschen zu reich gemacht hatte, wurde das Schloss fertig gebaut. Ein grosses Fest, von Vatel -legendärer Kochmeister- organisiert, findet im September 1661 im Schloss statt. Der König und der Hof, insgesamt 3000 Personen, sind da. Ein Tag, der nie vergessen worden ist: das Schloss ist ein Meisterwerk, die Garten und die Wasserspiele ein Wunder, das vom Hof noch nie gesehen worden ist. Bis zum Punkt, dass eine Legende am diesem Tag geboren ist: man flüstert, Louis XIV kann es nicht ertragen...Fouquet wird oft mit l'homme au masque de fer, dieser Gefangener mit einem Metalmask, verbunden, wenn nicht vermischt. Tatsache ist, Vatel, Le Brun, Mansart, usw. finden am diesen Tag einen neuen Stammkunden: den König.

Heutzutage wird das Schloss von Touristen etwas ignoriert, vermutlich wegen der nicht so einfachen Verbindung mit der Hauptstadt. Jedoch sollte man es -meiner Meinung nach- sehen. Nicht unbedingt für was drin ist (es hat mich nicht besonders begeistert), sondern für die Aussengestattung und die Geschichte der Epoche- ein Vergleich mit Versailles kann man in der Tat für alles machen. Le Vau, Le Brun, Le Nôtre (Gartenmeister) sind damit verbunden.

Ein paar Bilder für heute, vor allem von dem Dach genommen:

Das Schloss von vorne:

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Sicht über les communs:

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Garten von oben gesehen:

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Wie schön können denn les jardins à la française sein? Guck mal hier!

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Ich werde einen anderen Beitrag mit weiteren Bildern die Tage anschalten, es ist einfach zu schön. Die offizielle Seite des Schlosses ist da zu finden, mehr Informationen sind natürlich über eine deutsche Wikipedia Seite zu lesen.

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