A Berlin, on est un vrai bout de bois et ça fatigue, à Paris un vrai bout de viande et ça fatigue aussi...*

Wenn immer ich denke dass man hier "Angst" haben kann, sich in Berlin anbaggern zu lassen, kommt mir dieser Spruch im Kopf. Wenn Deutsche Frauen nur wussten, was fuer ein Glueck sie haben.

Man sollte das Leben in einer französischen Strasse beobachtet und mitgeteilt haben um verstehen zu können, was ich genau meine. Anbaggern. Ansprechen. Pfeifen. Jeden Tag, mehrmals pro Tag. Kommt einer Frau sehr lästig vor, wird also ignoriert, manchmal auch gefährlich fuer die Frau die zu offensichtlich oder zu lange ignoriert. Man will davon weg, es sei denn, man hat es gerade entdeckt und es naiv geniessen kann.

Verliert man das, dann freut sich man erstmal. Eine gute Weile. Man ist endlich frei, nur dezenten Männer auszuwählen. Aber dann merkt man auch, man hat sich irgendwie daran angewöhnt, kostenlose Komplimente zu kriegen. Laisse passer la lune. Fais moi un bisou. Tu es vachement belle. C'est un excellent dragueur, tu vas voir. Eh vas- y file moi ton numéro! Mademoiselle!

Sieh z. B hier. Nicht umsonst ist Paris als Stadt der Liebe bekannt. Aber nicht, wie Deutsche und Ausländer es sich normaleweise einbilden. Paris ist eine Stadt des Anbaggerns, der billigen Sätzen. Ob dann Franzosen dazu noch romantisch sind, das ist eine andere Frage, die ich hier nicht beantworten werde. Dagegen ist Berlin die Stadt der angeblichen Gleichgültigkeit und verpassten Gelegenheiten. Kommt einer nah, ist es schon extrem aufdringlich und gefährlich. Ausser fuer Franzoesinnen: wir ignorieren mit einer unglaublichen Begabung- Jahren Erfahrung helfen dabei. Passiert in Berlin dafür selten: man hat es lieber, eine Anzeige danach anzuschalten und drin zu schreiben, man hätte es nicht gewagt. Und dann verschwindet alles in die Luft, gute und schlechte Treffensgelegenheiten.

Ich muss spinnen- ich, sowie ganz viele Bekannte hier. Wir spinnen alle. Uns gefaellt weder die französische Art in der Strasse anzubaggern noch die deutsche Unaufmerksamkeit mehr. Nicht das wir sie nicht haben wollen, ist doch angenehmer so auf der Strasse. Sondern dass das u.a uns denken laesst, wir sind Holzteilen geworden.

Ist das eine Phase in der Eindeutschung? Oder spinnen grundsaetzlich alle Franzosen mit dieser Anbaggerntradition?

  • In Berlin ist man Holz, das geht auf die Nerven, in Paris Fleisch, das geht auch auf die Nerven...''