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Erste Kontakte mit der deutschen Sprache

Ich hab bei einem französischen Urlaub immer ein bisschen Nostalgie. Man träumt da von Kindheit, von der schönen Zeit wo alles einfach war und man nur naïve Träume hatte. Ahem, das zeigt sich den Alter glaube ich...

Diesmal bin ich auf meine erste richtige Kontakte mit den deutschen Sprachen gestossen. In der Form von Tagebücher, die ich während meiner ersten Aufenthalt in deutschsprachigen Länder aufschreiben müssen habe. Drei von denen habe ich behalten, die haben was besonderes an sich, zumindest wie ich es mir vorstelle.

Tagebücher_Deutsch

In Frankreich sind zwei Fremdsprache in der Schule Pflicht, darunter muss Englisch sein. Beliebt sind dazu Deutsch und Spanisch, die erste Sprache muss mit maximal 12 angefangen werden. Debatte werden regelmässig geführt, wie früh man damit anfangen soll. Ab Kindergarten, laut den letzten Theorien. Ich warte noch gespannt ob es sich tatsächlich auf Dauer einsetzt...

Was mich angeht, habe ich das grosses Glück gehabt, Deutsch mit 8 Jahren anfangen zu dürfen. Wobei es damals sich mehr als "müssen" gefühlt hat. Ich bin mir nicht so sicher, ob es komplett mit dem letzten Versuch der Regierung zu tun hatte, oder ob es nur an der Wahl der Schule hing. In allen Fällen habe ich ganz brav Deutsch mit richtigen Deutsche Lehrerinnen anfangen können, und das noch sehr früh. In "10ème", anders gesagt "CE2", habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen, bzw. erinnere ich mich vor allem daran, dass es uns erklärt worden ist, wer Sankt Nikolaus war (...). In "7ème", also mit ca.11 Jahren, bin ich erstmal nach Berlin gefahren, dank einem Schulenaustausch. Das Ergebnis ist ein tot langweiliges Tagebuch, das ich sogar auf Französisch verfasst habe.

Tagebuch_Berlin

Für meine Verteidigung war das Tagebuch des nächsten Jahres auf Deutsch, und viel spannender:

Tagebuch_Saarbrücken

Tatsächlich: wenn man näher guckt, sieht man was mein erster kultureller Schock war:

Saarbrücken_Melonen

Die Melonen sind nicht normal. Alles klar, das Gefühl habe ich zwar unterdrückt, bleibt aber bis heute noch ;)

Ich frage mich aber, wie viel Glück ich gehabt habe, um dreimal mit der Schule fahren zu dürfen. Erstmal warum ich innerhalb der Schule dieses Glück gehabt habe (nur die Hälfte der Klasse durfte dahin. Vermutung: meine Lehrer haben gedacht, mein Deutsch hat es gebraucht. Hatte tatsächlich schlechte Noten). Und dazu noch, wie es sein kann, dass es so viele Möglichkeiten gab. Es kann sein, dass es dadurch gekommen ist, dass unsere Lehrerinnen dank ihrer Staatsangehörigkeiten Verknüpfungen hatten. Ich bin nie mit der Schule nach England gefahren. Keiner hat das gemacht. Und die andere Schule haben das auch nicht angeboten, glaube ich...Eine besondere deutsch-französische Freundschaft vielleicht?

Reiseziel: Châteaux de La Loire!

In Frankreich gibt es ganz viel zu tun ausser die Hauptstadt zu besichtigen. Jedoch stellt sich immer die Frage, sich eine gute Gegend auszusuchen: wenn es nichts anderes als einen verzeinzelten Monumenten gibt, ist es in sich auch das Problem zu wissen, ob es sich lohnt...

Ich würde einem deutschen Touristen in diesem Sinne auf jedem Fall empfehlen, einen Ausflug in La Loire zu machen. Da lohnt es sich sehr wahrscheinlich, die Karte kurz näher zu gucken:

Frankreich Karte

La Loire ist ein grosser Fluss, der seine Quelle in Massif Central hat, und bis Nantes fliesst. Mit 1013 Km ist er der längste Fluss in Frankreich, und war logischerweise bis in der Mitte des 19. Jahrhunderts das grösste Handelsmittel zum Transport der Waren durch das Land. Es war natürlich auch von Interesse für die Königen, die erst spät Paris als Haupstadt anerkannt haben wollen. Von dieser Epoche bleiben eine kleine Menge Schlösser in Val de Loire.

Diese Schlösser sind eine Erbe der Renaissance, eine Zeit, wo die Macht sich in Val de Loire niedergelassen hat. Da hat man in der Vergangenheit mit dem Hof durch die Gegend gewandert, je nach Geschmack und Möglichkeit. 42 Schlösser gehören heutzutage zur Liste von "Châteaux de La Loire", manche von denen als Hauptsitz des Königs gebaut worden sind, manche von denen nur das Schloss einer bekannten Familien sein sollten. Sie erkennen sich vor allem an der Benutzung eines sehr speziellen Stein als Baumaterial: "tuffeau". Dieser Stein ist weiss, sehr weich, und ist typisch für die Gegend.

Ein Paar Bilder zum Geniessen:

Man kann immer einen schönen Ausflug in dieser Gegend plannen, wofür immer man sich interessiert: es kann eine Reise sein, wo man vor allem Rad in einer schönen Landschaft fahren möchte, oder einen Ausflug in der Vergangenheit. Hat man ein Interesse an Architektur? Dann geht man Chambord besichtigen, da hätte sehr wahrscheinlich da Vinci was organisiert, und man wundert sich heute noch, wie ein Schloss auf einem Moor seit ca. 500 Jahren gebaut sein kann, ohne zu verschwinden...Interessiert man sich für Pflanzen, kann man in Villandry ein paar Studen verbringen: da gibt es einen schönen klassiken französischen Garten, der aber ausschliesslich aus Gemüse besteht...Will man nur Leben geniessen, kann man sich in einem kleinen Bistro im Dorf sitzen und Jambon-Beurre essen. Mag man Märchen, dann kann extra nach Ussé, ein Schloss den Perrault als Modell für Dornröschen benutzt hat.

Viel zu tun also...Seit 2000 gehört die Gegend von Val de Loire zur Unesco-Listen. Ein Muss, wenn man die grösste Städten schon besucht hat, und sich besser auskennen will!

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