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Französische Namen können auch Deutsche Sätze sein...

als Beweis:

ich bin heute auf einer kurzen Geschichte über Vie de merde (übliche Seite für kurze Geschichte von Pech bei uns) gestossen. Ich habe sie so lustig gefunden, dass sie sich in meinem Kopf praktisch entwickelt hat. Wie eine Szene, die ich selber gesehen hätte.

Von daher also meine Interpretation der Ereignisse, die möglicherweise tatsächlich geschehen sind...

Ein armer, naiver, nicht wirklich deutsch redender Franzose kriegt ein Angebot auf Deutsch. Die Hälfte kriegt er nicht mit, jedoch ist er interessiert und ruft völlig verwirrt die Firma an. Sein Ziel: weder Deutsch noch Englisch reden zu müssen, um zu verstehen, worum es eigentlich geht.

- Hallo, kann ich mit der Frau Wohra sprechen? Sie soll für dieses Angebot verantwortlich sein.

- Frau Wohra? Es gibt doch keine Frau Wohra bei uns.

- Wie denn? Sie hat doch den Dokument mit ihrem Namen unterschrieben, so zu sagen. Ganz unten. Nach der Beschreibung. Frau Wohra.

- Es tut mir leid, wir haben definitiv keine Frau Wohra hier.

- Na ja, dann würde ich gerne mit einem Mitarbeiter reden, der etwas Französisch kann.

Wartezeit... Neuer Ansprechspartner...

- Guten Tag, was kann ich für Sie tun?

- Französisch reden!

- D'accord.

- Je cherche Madame Wohra.

- Madame qui?

- Madame Wohra.

- Madame...Wohra? Je ne sais pas.

- Wohra. V-O-R-R-A-T.

- Ah! je comprends. Je crois que je comprends. (bricht im riesiegen Lachen aus). Elle s'appelle Solange, non?

- Oui.

Ich vermute mal, hier kriegt es schon mit. Solange Vorrat war diese Frau.

Solange ist bei uns ein Vorname. Und Solange Vorrat, der ganz unten in einem Angebot mitgepackt wird, klingt...nicht wie ein Satz sondern wie ein richtiger Name. Man spricht es ungefähr so aus: SSSSolansche Wohra. Armer Mann. Den selben Fehler hätte ich auch machen können.

Die gesamte Anekdote kann man hier lesen. Was ich sehr schön mit solchen Seiten finde: mit drei Sätzen kann man sich sein eigenes Kopfkino machen... Falls ihr andere lustige Versionen zu dieser Geschichte als meine habt, einfach bescheid sagen ;)

Karambolage - ein Beispiel

Hier wird in der Zukunft sehr wahrscheinlich oft Karambolage erwähnt.

Grund ist, Karambolage ist eine Sendung von Arte die von deutsch-französisch Versprecher / Traditionen erzählt. Die Sendungen sind über die Seite von Arte ein paar Tage noch sehrbar für die jenige die sie verpasst haben...

Oft erklären sie mir manchen Versprecher, die Franzosen geschehen sind, oft ohne dass sie es mitkriegen können. Manche Wörte will man ja direkt übersetzen, es geht aber nicht. "Mademoiselle" soll man beispielweise nicht mit "Fraulein" übersetzen. "Bordel" ist ein Wort das man auf Deutsch lieber vermeiden sollte. "Arme Sau" mit "pauvre truie" geht auch auf Französisch überhaupt nicht!!

Für alle diese Fälle gibt es Karambolage. Ein Glück, das leider oft zu spät trifft.

Die Sendung von letzte Woche berichtet von dem fr. Ausdruck "c'est le bordel". Ihr könnt sie wahrscheinlich noch eine Woche lang sehen, sie ist da zu finden. Und ja, M., wenn Du mich heute liest, weisst Du noch dass ich WIRKLICH keine Ausnahme bin wenn ich sowas sage. Ahem.

Das Rätsel der Französin ohne Akzent?!

Heute wieder das Thema Akzent, diesmal aber auf einer persönlichen Ebene.

Ich habe es nämlich endlich geschafft, mich dazu zu entscheiden, einmal bei der Logopädierin aufzutauchen um eine Meinung über meine Stimmprobleme insgesamt zu kriegen. Ich hasse es eigentlich, einen Akzent zu haben, und auffällig zu sein- das versteht hier keiner, ich weiss. Seit Jahren habe ich versucht, den blöden Akzent unterzudrücken. Die Logopädierin ist dafür heute der festen Meinung gewesen, ich hab doch keinen Akzent. Genauer gesagt: technischerweise, gar keinen, sondern nur Sprachprobleme. Praktisch meint sie, meine Aussprache klingt weder Deutsch noch Französich: ich rede einfach, ohne Deutsch zu klingen, aber ohne unbedingt Französin zu klingen. Und das nach zwei profi Testen. Franzosen, laut ihr, haben ganz viele Probleme die bei mir nicht auftauchen. *gleichzeitig sehr stolze, sprachlose und SEHR ungläubige Paulette.*


Hier erstmal die Konversation, die ist noch frisch:

Logopädierin: Also, ich hab drei Probleme bemerkt, aber irgendwie ist es sehr seltsam. Erstens, Sie haben gar keine Betonung wenn Sie auf Deutsch reden. Heiss, Sie reden praktisch flach, im Gegenteil von Franzosen die am Ende des Satzes systematisch betonen und dann leiser reden. Und im Gegenteil von Deutschen, die normaleweise den ersten Teil der Wörten betonen.

Paulette: Wie? Kann man es so machen, dass der Satz überhaupt nicht betont wird? Mach ich das? Echt? |stellt sich gerade vor, sie kann mega langweilig auf Deutsch sein. Denkt darüber nach|

Logopädierin: Ja. Ich vermute mal, Sie haben es spontan mitgekriegt, dass der Rythmus des Satzes auf Deutsch anders lautet und haben es geschafft, die französische Betonung rauszupacken. Das heisst aber nicht, dass Sie es wie Deutschen reden, weil Sie gar nicht betonen. Ein Wort mit drei Silben sprechen Sie ganz flach aus. Jede Silbe gleichgültig, so zu sagen.

Paulette: ... |Ja klar habe ich es bemerkt und unterdrückt. Habe sogar es hier schon hinter den Zeilen erwähnt!|

Logopädierin: Problem Nummer zwei. Sie haben eine leichte Stossstörung allgemein. Diese Störung taucht auf Deutsch häufiger, weil die Sprache sie öfter aufruft. Nämlich ist das "ch", "sch" usw. schwierig für Sie, weil Ihre Zunge die falsche Muskulatur hat.

Paulette: Ich vermute mal also, das wird sehr schwierig zu korrigieren.

Logopädierin: Eigentlich nicht. Es wird sogar viel leichter als die Betonung sein. |Bin mir nicht sicher, ich hab das mit der Muskulatur der Zunge richtig verstanden...war dafür so verwirrt|

Logopädierin: Problem Nummer drei, sie lassen das Ende der Wörter fast jedes Mal quasi verschwinden.

Paulette: Ja, ich weiss. Also: ich vermute mal, ich weiss. Ist doch Absicht: ich habe keine Ahnung von Pluralformen. Ausserdem ist schnell reden praktischer um Fehler zu verbergen!

Logopädierin: Ahja. Ich verstehe schon.

Paulette: ...Aber...Err...Wenn ich das zusammenfasse, errr, was Sie gerade gesagt haben, es heisst praktisch...dass ich akzentenlos rede? Also ich meine, technicherweise könnte ich auch Japanerin sein und genau so reden?

Logopädierin: Ja, das ist genau richtig. In anderen Wörtern hat Ihre Herkunft meiner Meinung nach gar keinen Einfluss über Ihre Sprachweise. Ausser von Momenten, wo Sie Müde sind oder geärget sind, was wohl eine andere Sache ist. Man spricht da spontan wie bei sich

Paulette: ...

Logopädierin:...


Was ich gelernt habe: A, dass ich den Akzent soweit es geht von mir selber rausgenommen habe *Feuerwerk, Stolz, Tränen, Emotion*. B, dass ich vielleicht irgendwann es spontan schaffen werde , die Betonung richtig auszusprechen. Ist eigentlich auch möglich, falls es mir doch durch den Schädel kommt, hier endgültig zu bleiben. Aber Übungen extra dafür sind ganz viel Aufwand, jetzt dass ich mich daran gewönht habe, gar keine Betonung zu benutzen. C, dass ich einfach Pluralformen endlich mal doch lernen soll und daran denken soll, sie nicht mehr verschwinden zu lassen. D: die Stossstörung kann ich sehr schnell loswerden. 3, 4 Behandlungen sollten den Trick machen.

Jetzt bleibt also die Frage, die ich ihr gestellt habe, und worauf ich keine Antwort gekriegt habe: wieso werde ich systematisch als Französin anerkannt? Von der reinen Theorie her, sollte sich der Ansprechspartner erstmal fragen, ob ich vielleicht doch aus Polen, Uruguay oder Himmel und was immer bin. Gibt es denn eine Aura, die mir folgt? La Marseillaise als Begleitungsmusik, eine Baguette auf der rechten Wange und einem Camembert auf der linken Wange gemalt vielleicht...? Es stimmt schon, dass eine handvoll Leute es mir gesagt haben, man könnte es manchmal nicht mercken. Das hatte ich aber als reiner Kompliment genommen und nicht weiter darüber nachgedacht. Also wenn so viele mir das Gegenteil sagen, spontan damit anfangen, auf Französich zu reden, tolle Sätze wie "ah, Du bist Französin? Wie schön! Ich liebe Baguette!" sagen und wenn ich so viele "Abendteuer" mit dem Akzent gehabt habe...? Ich kann es einfach nicht glauben.

Meine Vernunft sagt mir: es muss was mit dem frühen Einlernen von der Sprache zu tun haben. Ich freue mich zögerlich doch, es ist schön :) Ich lasse also erstmal das mit der Behandlung des Akzenten liegen und konzentriere mich auf einer anderen Sprachstörung, nämlich lauter Redeweise. Und ich kann vernünftig hoffen, ich werde mich irgendwann doch eindeutschen, auch wenn sie nicht unbeding 100% richtig ist.

Übliche Deutsche Versprecher auf Französisch

So, ich soll mich ein bisschen dafür rachen, dass ich hier oft wegen Versprecher oder Fehler leicht ausgelacht werde ;) Von daher eine kleine Liste von Versprecher von Deutschen auf Französisch, die ich selber gehört habe, und die ich sehr beeindrückend, bzw. lustig finde. Und ja, der deutscher Akzent auf Französisch wirkt -finde ich persönlich- sehr süss.

1- Mon hobby, c'est l'esclavage.

> Ahem. "Esclavage" (Sklaverei) soll man lieber nicht mit "Escalade" (Klettern) verwechseln.

2- J'aime beaucoup les chattes.

> Katze: chat. Den "t" am Ende soll man NICHT aussprechen. Und die weibliche Form des Wortes benutzt man lieber mit Aufmerksamkeit. Es sei denn, man will wirklich von seiner private Leidenschaft für Muscheln erzählen.

3- Vous êtes aussi un fumier?

> Raucher: fumeur. Fumier: Dung, und häufig noch dazu ein Mistkerl. Ausserdem würde man für diese Frage eher sagen: "Vous aussi vous êtes fumeur?".

4- C'est la fausse idée.

> Faux/ fausse macht bei uns keinen Sinn. Es klingt sogar etwas intolerant. "Falsch" übersetzt man mit "mauvais" oder "mauvaise", das Gegenteil von "bon".

5- Il y a une viande que j'aime bien...Comment on dit déjà? Ah oui, comme en allemand, c'est facile, la pute. La pute, c'est bon, j'aime bien ça.

> die Pute: la dinde. La pute: die Hure. Also wirklich sich dieses Wort mercken, ja?!

Wenn ihr welche Beispiele habt, einfach kommentieren!

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