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Das vergessene Schloss von Vaux-le-Vicomte, #1

Etwa 50 km südlich von Paris liegt ein vergessenes Schloss, das eine Reise wert ist. Das Monument sieht toll aus, es gibt wesentlich weniger Touristen als in Versailles, die Lanschaft ist herrlich. Kein Wunder, dass Eva Longoria da hat heiraten wollen - für 200.000 Euro, wenn mein Gedächtnis gut ist. Und sie wird sehr wahrscheinlich nicht die letzte sein.

Vaux-le-Vicomte ist das Schloss von Nicolas Fouquet, ein erfolgreicher Finanzminister von Louis XIV. Fouquet besass Geschmack, Geld, und Verknüpfungen mit den bestern Künstlern der Epoche. Es ist geflüstert worden, sein Bauwerk von Vaux war die Inspirationquelle von Versailles für Louis XIV. Kurz vor der Inhaftierung von Fouquet, der sich selbst ein bisschen zu reich gemacht hatte, wurde das Schloss fertig gebaut. Ein grosses Fest, von Vatel -legendärer Kochmeister- organisiert, findet im September 1661 im Schloss statt. Der König und der Hof, insgesamt 3000 Personen, sind da. Ein Tag, der nie vergessen worden ist: das Schloss ist ein Meisterwerk, die Garten und die Wasserspiele ein Wunder, das vom Hof noch nie gesehen worden ist. Bis zum Punkt, dass eine Legende am diesem Tag geboren ist: man flüstert, Louis XIV kann es nicht ertragen...Fouquet wird oft mit l'homme au masque de fer, dieser Gefangener mit einem Metalmask, verbunden, wenn nicht vermischt. Tatsache ist, Vatel, Le Brun, Mansart, usw. finden am diesen Tag einen neuen Stammkunden: den König.

Heutzutage wird das Schloss von Touristen etwas ignoriert, vermutlich wegen der nicht so einfachen Verbindung mit der Hauptstadt. Jedoch sollte man es -meiner Meinung nach- sehen. Nicht unbedingt für was drin ist (es hat mich nicht besonders begeistert), sondern für die Aussengestattung und die Geschichte der Epoche- ein Vergleich mit Versailles kann man in der Tat für alles machen. Le Vau, Le Brun, Le Nôtre (Gartenmeister) sind damit verbunden.

Ein paar Bilder für heute, vor allem von dem Dach genommen:

Das Schloss von vorne:

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Sicht über les communs:

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Garten von oben gesehen:

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Wie schön können denn les jardins à la française sein? Guck mal hier!

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Ich werde einen anderen Beitrag mit weiteren Bildern die Tage anschalten, es ist einfach zu schön. Die offizielle Seite des Schlosses ist da zu finden, mehr Informationen sind natürlich über eine deutsche Wikipedia Seite zu lesen.

Urlaubspläne: Südfrankreich entdecken

Da fänge ich erstmal mit der deutschen Marotte von Côte d'Azur an. Ok, eine Weltmarotte vielleicht. Aber irgendwie sieht es hier aus, als gäbe es hier zwei Topdestinationen wenn man es sich richtig leisten kann: Mallorca und die französische Küste. Schon mit der Erwähnung öffnen alle den Mund und rollen die Augen: Paradies ist bekannt, es befindet sich irgendwie am Mittelmeer.

Manche fahren nach Marseille, und zwar regelmässig. Eine Stadt, die ich persönlich nicht kenne, von der ich auch nicht wirklich träume. Da gibt es für mich mehrere Probleme, die regelmässig von Bekannten erwähnt werden: die Hitze (über 25 Grad bin ich unglücklich. bin also JETZT unglücklich), das Meer (oh ja, das mag ich an sich nicht. Faut pas chercher à comprendre...), die klare Anwesenheit der Mafia, die vol à la tire, die Gentrification. Aber andererseits soll die Küche dort herrlich sein, der Akzent bezaubernd (c'est l'accent du Sud, peuchère!), die Landschaften beeindruckend. Das kann ich wohl glauben: eine tolle Stadt für den Urlaub, vor allem wenn man sich da einleben kann. Sieh zum Beispiel hier um einen Eindruck zu kriegen!

Andere machen Camping oder finden eine nette Villa wo sie sich einleben können. Ich würde es empfehlen, eine kleine Stadt vorzuziehen, wo man auch ein Gespür vom alltäglichen Leben haben kann. Viele Franzosen, so um die 10 Millionen, haben ein zweites Zuhaus irgendwo im Land, das von einem Grossvater oder eine Grossmutter bewohnt wird. Ein Familienhaus, das während des Sommers noch von Familien besetzt wird. In diesem Sinne lohnt es sich für Touristen, mittendrin in der Stimmung zu sein und etwas gezieltes zu suchen. Schöne kleine Städte in der Riviera, die so was anbieten können, gibt es viele...Ich empfehle besonders die Gegend von Roquebrune-sur-Argens, Saint-Paul, Cagnes-sur-Mer, Menton, oder noch Bandol.

Manche Eigentümer sind dazu noch schlauer und vermieten das Haus solange sie es nicht benutzen können oder wollen. Als Beispiel vermietet ein Bekannter von mir, rund um das Jahr, ein Haus in Bandol. Er hat dafür eine Seite erstellt, zwar auf Französich, die man sich da angucken kann. Er versorgt seinen Mietern mit guten Ratschläge auf seiner Seite. Um einen kleinen Eindruck von dem Ort zu haben:

Vue-Bandol-sur-Mer

Bandol_la_plage

Merci à Jean pour les photos. Alle Rechte gehören ihm, diese Bilder sind nicht rechtsfrei.

Was kann man im Süden machen, ausser schwimmen und am Strand liegen? Na ja: essen (bouillabaisse und maïs grillé!!), trinken (pastis), wandern (seh mal die Beschreibungen von Pagnol zu verstehen, was ich meine...), kleine herrliche Städte entdecken. U.a kann man die Glasmacherei von Biot entdecken, das Parfümmuseum von Fragonard in Grasse besichtigen (tolle Erfahrung!), sich einen Ausflug nach Korsika leisten, oder den Spuren von berühmten Malern folgen: Picasso, Modigliani, Dali, Cézanne...Viel, viel zu tun. Und ich erwähne nur, was ich kenne. Ich habe nur ein paar Monaten in Nizza verbracht und bin nicht viel herum gefahren. Heisst: es gibt wesentlich mehr zu tun als nur auf dem Strand liegen.

A bon entendeur...

Paris- Bilder

Hatte einfach Lust, manche Bilder von letztem Ausflug hier zu teilen. Wie ich es immer sage: Paris ist bildschön. Wenn ich mir solche Bilder angucke, gibt es mir manchmal den Eindruck, in einer Puppenstadt zu sein. Alles niedlich, alles schön. Mitten drin zu sein gibt aber einen völlig anderen Eindruck, vor allem wenn man da jahrelang gelebt hat und die Stimmung durchlesen kann. Was wohl eine andere Geschichte ist.

Erstmal le charme des quais de Seine: les bouquinistes.

Bouquinistes- Etal

Bouquinistes- Affiche

Und gleich gegenüber, Sicht auf La Cité und in der Ferne, Notre-Dame.

Quais de Seine- Notre-Dame

Le Palais Royal und seine Umgebung ist immer noch sehr schön:

Derrière le Palais Royal

Le Louvre von Eingang. Als Beweis dass Autos und Busse dadurch auch fahren.

Guichets du Louvre

Les Invalides. Ein Monument, das oft von Touristen, vor allem Ausländer, vergessen wird. Ich habe den Verdacht, es hat damit zu tun, dass der Grab von Napoléon drin ist.

Les Invalides '' Plus de photos bientôt''! Eine kleine Erklärung in Serie über Paris und wie die Stadt entstanden ist habe ich vor.

Reiseziel: Châteaux de La Loire!

In Frankreich gibt es ganz viel zu tun ausser die Hauptstadt zu besichtigen. Jedoch stellt sich immer die Frage, sich eine gute Gegend auszusuchen: wenn es nichts anderes als einen verzeinzelten Monumenten gibt, ist es in sich auch das Problem zu wissen, ob es sich lohnt...

Ich würde einem deutschen Touristen in diesem Sinne auf jedem Fall empfehlen, einen Ausflug in La Loire zu machen. Da lohnt es sich sehr wahrscheinlich, die Karte kurz näher zu gucken:

Frankreich Karte

La Loire ist ein grosser Fluss, der seine Quelle in Massif Central hat, und bis Nantes fliesst. Mit 1013 Km ist er der längste Fluss in Frankreich, und war logischerweise bis in der Mitte des 19. Jahrhunderts das grösste Handelsmittel zum Transport der Waren durch das Land. Es war natürlich auch von Interesse für die Königen, die erst spät Paris als Haupstadt anerkannt haben wollen. Von dieser Epoche bleiben eine kleine Menge Schlösser in Val de Loire.

Diese Schlösser sind eine Erbe der Renaissance, eine Zeit, wo die Macht sich in Val de Loire niedergelassen hat. Da hat man in der Vergangenheit mit dem Hof durch die Gegend gewandert, je nach Geschmack und Möglichkeit. 42 Schlösser gehören heutzutage zur Liste von "Châteaux de La Loire", manche von denen als Hauptsitz des Königs gebaut worden sind, manche von denen nur das Schloss einer bekannten Familien sein sollten. Sie erkennen sich vor allem an der Benutzung eines sehr speziellen Stein als Baumaterial: "tuffeau". Dieser Stein ist weiss, sehr weich, und ist typisch für die Gegend.

Ein Paar Bilder zum Geniessen:

Man kann immer einen schönen Ausflug in dieser Gegend plannen, wofür immer man sich interessiert: es kann eine Reise sein, wo man vor allem Rad in einer schönen Landschaft fahren möchte, oder einen Ausflug in der Vergangenheit. Hat man ein Interesse an Architektur? Dann geht man Chambord besichtigen, da hätte sehr wahrscheinlich da Vinci was organisiert, und man wundert sich heute noch, wie ein Schloss auf einem Moor seit ca. 500 Jahren gebaut sein kann, ohne zu verschwinden...Interessiert man sich für Pflanzen, kann man in Villandry ein paar Studen verbringen: da gibt es einen schönen klassiken französischen Garten, der aber ausschliesslich aus Gemüse besteht...Will man nur Leben geniessen, kann man sich in einem kleinen Bistro im Dorf sitzen und Jambon-Beurre essen. Mag man Märchen, dann kann extra nach Ussé, ein Schloss den Perrault als Modell für Dornröschen benutzt hat.

Viel zu tun also...Seit 2000 gehört die Gegend von Val de Loire zur Unesco-Listen. Ein Muss, wenn man die grösste Städten schon besucht hat, und sich besser auskennen will!

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